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11. Angestelltengespräch der Verwaltungsstelle Völklingen

Am Dienstag den 30. Oktober 2001 fand das 11. Angestelltengespräch der Verwaltungs­stelle Völklingen in der Stadthalle Dillingen statt.

Das Thema der Veranstaltung war diesmal: "Strukturwandel und Zukunftssicherung am Beispiel der Automobilindustrie".

Der 1 Bevollmächtigte der IG Metall Verwaltungsstelle Völklingen Reinhold Wirtz konnte beim 11. Angestelltengespräch 67 Kolleginnen und Kollegen in der Stadthalle Dillingen begrüßen. In seiner Begrüßungsansprache ging der Kollege Wirtz auf das zwischen IG Metall und Gesamtmetall vereinbarte Versorgungswerk und den Tarifvertrag zur Entgeltumwandlung ein. Ziel dieses Tarifvertrages ist es, die Voraussetzungen für eine effiziente und kostengünstige zusätzliche Alterversorgung für die Beschäftigten der Metall und Elektroindustrie zu schaffen. Er wies in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, das bisher noch keine Produkte von Banken und Versicherungen nach dem neuen Gesetz über die Zertifizierung von Altersvorsorgeverträgen zertifiziert worden sind und das somit noch nicht feststeht welche Angebote staatlich gefördert werden und welche nicht.

Des weiteren informierte der Kollege Wirtz über die am gleichen Tag stattgefundene Vorstandssitzung der IG Metall in Frankfurt. Im Mittelpunkt der Vorstandssitzung stand die Tarifrunde 2002. Der Vorstand der IG Metall hat sich noch nicht auf eine Forderung für die Tarifrunde 2002 festgelegt. Es soll bis Ende Januar, Anfang Februar abgewartet werden, wie sich die wirtschaftliche Lage entwickelt.

Das Referat zum Thema Strukturwandel und Zukunftssicherung am Beispiel der Automobilindustrie hielt der Kollege Siegfried Roth - IG Metall Vorstand Abt. Sozial- u. Arbeitsmarktpolitik.

Schwerpunkte des Referates von Siegfried Roth waren:

  • Entwicklung der Automobilindustrie im Jahr 2000: Gleichzeitigkeit von Rekorden und Abschwächung des Inlandsmarktes
  • Entwicklung im 1. Halbjahr 2001 und weitere Perspektiven
  • Strukturverschiebungen - Risikopotenziale - Industriepolitische Herausforderungen
  • Automobilindustrie als Entwicklungsmotor der Metallindustrie
  • Strukturelle Verschiebungen innerhalb der Automobilindustrie
  • Hohe Exportabhängigkeit der Automobilindustrie
  • Kapazitätsentwicklung

Kollege Roth sprach zunächst die Auswirkungen des Terroranschlags in den USA auf die Weltwirtschaft an. Er wies darauf hin, das es auch schon vor dem Anschlag in Amerika Anzeichen für einen Abschwung der Wirtschaft gegeben hat.

Kernaussagen von Siegfried Roth zur zukünftigen Entwicklung der Autoindustrie waren:

  • Die Prognosen für 2002 gehen davon aus, das ab dem 2. Halbjahr 2002 (bei stabilen Energiepreisen) eine spürbare Besserung der Lage erwartet wird.
  • Der erwartete Aufschwung im Jahr 2002 wird allerdings keine spürbare Besserung auf dem Arbeitsmarkt bringen.
  • Die Beschäftigungssituation in der Automobilindustrie ist trotz enormer Produktivitätssteigerungen rückläufig. Weniger Menschen produzieren immer mehr Autos.
  • Der Anteil der gesamten Löhne und Gehälter am Umsatz ist rückläufig. Seit 1993, als dieser Anteil noch 21,6% betrug, ist der Wert kontinuierlich gefallen. Die Stundeneinkommen der Beschäftigten erhöhten sich um 2,4 Prozent.Da jedoch gleichzeitig eine Steigerung der Produktivität je Beschäftigungsstunde um 9,1 Prozent erfolgte, ergab sich für die Unternehmen der Automobilindustrie im Schnitt eine deutliche Entlastung auf der Lohnkostenseite. Die nominalen Lohnstückkostenverringerten sich um 6,3 Prozent.

Das Fazit von Siegfried Roth lautet: Es besteht überhaupt kein Grund zu Lohnzurückhaltung, wie sie von Arbeitgebern und Wirtschaftsliberalen zur Zeit lautstark gefordert wird. Der Personalkostenanteil spielt nur noch eine untergeordnete Rolle in der Automobilindustrie.

Ein weiteres Thema war die Frage: Wie wird sich die Automobilindustrie weiter entwickeln ?Der Trend bei der Automobilindustrie so Roth, geht von der Automobilindustrie hin zur Automobilwirtschaft.

Zukünftige Konzernstrategien sind: Innovation, Qualität, Modelloffensiven. Nach Kundenwünschen in kurzer Zeit produzieren, wird eine der Herausforderungen der Automobilwirtschaft der Zukunft sein. Deshalb sind Produktinnovation, Investitionszusagen und insbesondere auch die Qualifizierung der Beschäftigten für die Wettbewerbsfähigkeit von zentraler Bedeutung.

Am Ende der Veranstaltung dankte der Vorsitzende des Angestelltenausschusses Werner Fries dem Kollegen Siegfried Roth für sein Referat.

 

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