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Angestelltengespräch: ERA - Innovation in der Tarifpolitik

Angestelltengespräch der IG Metall Völklingen zum Thema ERA

Die Spaltung zwischen Arbeitern und Angestellten zieht sich wie ein roter Faden durch die Industriegeschichte in Deutschland. Ob in der Rentenversicherung oder auch im betrieblichen Alltag, Angestellte wurden stets anders behandelt als Arbeiter. Diese gewollte Spaltung - sie rührt aus dem 19. Jahrhundert, Reichskanzler Bismarck prägte den Satz: "Spalte und herrsche" -, führte logischerweise auch zur Schwächung der Arbeitnehmerbewegung in ihrer Gesamtheit.

Heute hat die IG Metall mit einem großen Tarifprojekt - ERA - unterschiedliche Eingruppierungsmerkmale und Entgeltfragen zwischen technischen und kaufmännischen Angestellten,  Arbeitern und Meistern in einen Tarifvertrag gegossen. In der Metallindustrie werden mit diesem gemeinsamen Entgeltrahmentarifvertrag in 11 Entgeltgruppen alle Beschäftigten des Betriebes neu eingruppiert.

Auf einem Angestelltenforum, an dem Angestelltenvertreter aus den Betrieben im Bereich der Verwaltungsstelle Völklingen teilnahmen, widmete man sich diesem hoch komplizierten Thema um die Chancen und Risiken gegeneinander auszuloten. Der 2. Bevollmächtigte der Verwaltungsstelle Völklingen, Guido Lesch, betonte, dass es ein großer Erfolg dieses Tarifvertrages sei, dass nach der Neueingruppierung kein Arbeitnehmer weniger Geld bekommen dürfe. Die betriebliche Lohn- und Gehaltssumme werde sich mit Einführung dieses Tarifvertrages um 2,79 % erhöhen müssen. Arbeitgeber und Betriebsrat müssen nach diesem Tarifvertrag eine neue Arbeitsplatzbewertung vornehmen und danach die Beschäftigten neu eingruppieren.

Der Vorsitzende des Angestelltenausschusses der Verwaltungsstelle Völklingen, Günter Ludwig, gleichzeitig stellvertretender BR-Vorsitzender der Dillinger Hüttenwerke betonte, dass dieser für die Metallindustrie gültige Tarifvertrag noch im Stahlbereich ausgehandelt werden muss. Wichtig bei diesem Tarifvertrag seien die Chancen einer besseren Eingruppierung für die Arbeitnehmer.

Silke Nötzel, Juristin der Bezirksleitung Frankfurt, stellte es als große historische Errungenschaft heraus, dass die Trennung zwischen Arbeitern und Angestellten mit diesem Tarifvertrag aufgehoben sei. Mit diesem Tarifvertrag werde sich auch die betriebliche Mitbestimmung verbessern.

In einem Podiumsgespräch erläuterte Markus Thal, Betriebsrat bei den Ford-Werken in Saarlouis, die gemachten Erfahrungen bei der Umsetzung von ERA. Am Anfang stehen Ängste, so Thal, nach einer Diskussion sehen die Leute aber auch Chancen. Thal forderte alle Betriebsräte in der Region auf, sich diesem guten Tarifprojekt anzunehmen und sich entsprechend zu qualifizieren.

Christoph Rehlinger, Betriebsrat bei der Fa. Schenck Final in Püttlingen, sieht für die Beschäftigten die Perspektive, durch eine gerechtere Eingruppierung ein höheres Entgelt zu organisieren.

Günter Ludwig sieht die große Chance, mit ERA die notwendige Solidarität in einer globalen Arbeitswelt zu fördern. Die 70 Forumsteilnehmer aus den verschiedenen Betrieben waren sich in der Diskussion einig mit ERA ein gutes Stück Tarifgeschichte im Saarland neu geschrieben zu haben.

Guido Lesch dankte allen Beteiligten in der Metallindustrie, dass dieser wichtige Tarifvertrag durchgesetzt wurde. Dieser Tarifvertrag sei innovativ, er werde für mehr Transparenz sorgen und mehr Gerechtigkeit in der Entgeltfrage bringen.

 

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