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Neuer Tarifvertrag im saarländischen Kfz-Handwerk

Das Flugblatt zum Tarifabschluss als Download

Langwierige und zum Teil auch nervenzehrende Verhandlungen gingen dem Tarifabschluss für das saarländische Kfz-Handwerk zwischen dem saarländischen Kfz-Verband und der IG Metall in ihrer zweiten Tarifverhandlung am 6. Juli 2015 in St. Ingbert voraus. Am Ende gab es einen Abschluss, der den Metallerinnen und Metallern der Branche deutliche Einkommensverbesserungen sichert.

Während in vielen Tarifgebieten in Deutschland bereits Abschlüsse erzielt werden konnten, wurde die saarländische IG Metall Tarifkommission von den Arbeitgebern mit neuen Forderungen konfrontiert. Nach dem Willen der Arbeitgeber sollten die untersten Lohn- und Gehaltsgruppen des Tarifvertrages deutlich herabgestuft werden. Dies würde nach ihrer Meinung zu Neueinstellungen führen, welche ansonsten aus Wettbewerbsgründen nicht erfolgen könnten.

Die Argumente der Arbeitgeber zu diesem Meinungsbild waren für unsere Verhandlungsbank nicht sonderlich stichhaltig und oftmals auch sehr widersprüchlich. Dennoch nehmen wir auch deren Sorgen und Ängste zum Erhalt des Flächentarifvertrages im Saarland ernst. Aus diesem Grund wird in den kommenden Monaten in einer aus beiden Parteien besetzten Arbeitsgruppe beraten, wie der Flächentarifvertrag im Kfz Handwerk zukunftsfähig bleiben kann. Am Ende des langen Verhandlungstages kam es dann aber doch noch zu einem schon nicht mehr geglaubten Tarifabschluss.

Dieser Abschluss beschert den Kolleginnen und Kollegen der Branche zwei ordentliche Tariferhöhungen von jeweils 2,9 Prozent zum 1.Juli 2015 und zum 1. November 2016. Für den Monat Juni kommt eine Einmalzahlung von 75 Euro zur Auszahlung. Auszubildende erhalten jeweils zum 01.08.2015 und zum 01.08.2016 eine Erhöhung um 2,9 Prozent. Zudem erhalten sie eine Einmalzahlung von 20 Euro mit der Juni-Auszubildendenvergütung.

"Mit diesem Abschluss hat die IG Metall für die Beschäftigten im saarländischen Kfz-Handwerk einen ordentlichen Reallohnzuwachs erreichen können. Dies ist zum einen wichtig für unsere Kolleginnen und Kollegen, zum anderen aber auch zur weiteren Stärkung der Binnennachfrage erforderlich und damit auch für die Arbeitgeber von hoher Bedeutung", so Lars Desgranges, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall Völklingen. "Uns war es wichtig, dass die Einkommen im Kfz Handwerk nicht von den Industriebranchen abgekoppelt werden, das Handwerk braucht gute Fachkräfte und die bekommt man eben nicht zum Billigtarif", so Desgranges.

Die Schwierigkeiten im Kfz-Handwerk einen Abschluss zu erzielen werden nach Ansicht der IG Metall von Jahr zu Jahr schwieriger. So manchem Arbeitgeber der Kfz Branche muss man die Grundlagen und Vorteile eines Flächentarifvertrages und dessen Funktion immer wieder neu erklären. Zum Glück setzte sich am Ende der diesjährigen Verhandlung auch im Arbeitgeberlager die Vernunft und der Wille durch, eine weiterführende Tarifbindung erreichen zu wollen.

"An solchen Lösungen müssen auch in Zukunft beide Parteien arbeiten. Ein "Wünsch-dir-was-Prinzip" kann in solch bedeutenden Tarifverhandlungen für beide Seiten nachhaltig schwere Folgen mit sich bringen, wir tun gut daran, an erfolgreicheren Prinzipien festzuhalten", so Desgranges. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von insgesamt 24 Monaten und ist damit erstmals zum 30. April 2017 kündbar.

 

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Samba Balaawa
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