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Warnstreik 29.04.2016: Feuer und Flamme für 5 Prozent!

Auch die dritte Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie hat ohne Ergebnis geendet. Die Arbeitgeber haben somit - wenige Stunden vor Ablauf der Friedenspflicht - die letzte Chance auf eine Einigung am Verhandlungstisch leichtfertig verspielt. Die Folge: Seit Mitternacht gibt es Warnstreiks in den Betrieben.

Warnstreik-Auftakt in der Geschäftsstelle Völklingen
Über 3.000 Menschen bei der nächtlichen Kundgebung

Unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht sind flächendeckend tausende Metallerinnen und Metaller in den Warnstreik getreten.

Der bundesweite Warnstreik-Auftakt fand bei uns in der Geschäftsstelle Völklingen statt, wo der 1. Vorsitzende Jörg Hofmann auf dem Saarlouiser Röderberg vor mehr als 3.000 Warnstreikenden über den Verlauf der Verhandlungen berichtete.

Acht Betriebe legen unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht die Arbeit nieder

Die Beschäftigen der Nachtschicht der Ford-Werke Saarlouis und der Zulieferbetriebe Stadco, Benteler Automobiltechnik, Tenneco Automotive, Lear Corporation, LMS Logistik, sowie die Beschäftigten von Nedschroef Fraulautern und Nemak Dillingen, haben ihrem Unmut über das völlig unakzeptable Angebot der Arbeitgeber zum Ausdruck gebracht.

"Dieses unterirdische Angebot ist keine Basis für konstruktive Verhandlungen", so der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen, Robert Hiry. "Damit wird man keinen der dringend benötigten Fachkräfte ins Land locken können, im Gegenteil, die Arbeitgeber provozieren einen massiven Konflikt. Das, was bisher vorliegt, ist kein Angebot, das ist ein Provokation."

Robert Hiry, 1. Bevollmächtigter
Jörg Hofmann, Vorsitzender der IG Metall
Markus Thal, Betriebsratsvorsitzender Ford-Werke Saarlouis
Roman Bartlau, Betriebsratsvorsitzender Tenneco

Die Arbeitgeber hatten schon in der 2. Tarifverhandlung für die Mittelgruppe, zu der auch das Saarland gehört, für massiven Unmut in den Betrieben gesorgt: Sie boten eine Einkommenserhöhung von lediglich 0,9 Prozent für die Beschäftigten und je nach betrieblicher Situation eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent an. Dies war das niedrigste Angebot der letzten 20 Jahre.

Auch in der dritten Verhandlungsrunde bewegten sie sich nicht. Es gab lediglich kosmetische Veränderungen, ohne dass das Volumen insgesamt angehoben wurde: Nunmehr bieten die Arbeitgeber eine Steigerung der Entgelte um insgesamt 2,1 Prozent an, aber verteilt auf zwei Stufen bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

Zusätzlich zu sogenannten "Wettbewerbskomponenten" in Höhe von 0,3 %, die nur in Betrieben, denen es besonders gut geht ausgezahlt werden sollen, wollen sie eine weitreichende Differenzierung der Entgelt in der Metall- und Elektroindustrie. Der Flächentarifvertrag als Untergrenze, der verbindliche Mindestarbeitsbedingungen regelt und einen fairen Wettbewerb garantiert, wäre dann Geschichte.

Arbeitgeber provozieren Konflikt

Kein Wunder also, dass die Metallerinnen und Metaller auf die Straße gehen und für ihre Forderung kämpfen.

"Spätestens jetzt muss jedem klar sein: Wir müssen den Arbeitgebern jeden Cent abtrotzen. Freiwillig geben sie nichts her!", so der 1. Bevollmächtigte Robert Hiry in seiner Rede. "Die Arbeitgeber krallen sich an ihre Gewinne, statt die Leistung der Beschäftigten wertzuschätzen." Auch in Richtung der 1. Vorsitzenden sendete Robert Hiry deutliche Signale "Jörg, nimm eins mit nach Frankfurt: Die IG Metaller im Saarland sind kampfbereit!"

Diese Kampfbereitschaft wurde auch in den Reden der Betriebsratsvorsitzenden Markus Thal (Ford-Werke Saarlouis) und Roman Bartlau (Tenneco) deutlich. Beide unterstrichen, dass es aufgrund der hohen Organisationsgrade ein Leichtes wäre, mit ihren Belegschaften einen Arbeitskampf für die Durchsetzung der Forderung von 5 % mehr Entgelt zu führen.

 

Allein bei den Ford-Werken Saarlouis wurden im vergangenen Jahr rund 80.000 Autos mehr gebaut als im Jahr davor. Das sei eine fast 30 prozentige Produktionssteigerung in nur einem Jahr, berichtete Markus Thal. "Aber, wir sind ja anständig, wir fordern keine 30 %, wir wollen nur 5 %! Heute Nacht ist erst der Anfang, denn wir und alle anderen Lohnabhängigen wissen - gemeinsam mit der IG Metall - den Wiederstand zu organisieren und stehen zusammen wie eine Mauer. Und deshalb heißt unser Leitspruch für diese Tarifrunde: Millionen sind stärker als Millionäre!", betonte Markus Thal weiter.

Roman Bartlau bekräftigte: "Unsere Branche hat im vergangenen Jahr wieder kräftig Profit gemacht und die Belegschaften, die diesen Gewinn erwirtschaften, müssen daran auch beteiligt werden! Es muss endlich eine faire Umverteilung stattfinden.''

Viele Delegationen zeigen Solidarität

Solidarität wurde auch von Delegationen aus vielen anderen Betrieben gezeigt: So waren viele Kolleginnen und Kollegen der Stahlindustrie vor Ort, die erst vor wenigen Tagen im Rahmen eines großen Stahlaktionstages für ihre Arbeitsplätze gekämpft haben. Auch von Nedschroef Beckingen, Dürr Püttlingen, FLSmidth Wadgassen, Zentgraf Merzig, der Dillinger Fabrik gelochter Bleche und den Bartz-Werken waren Delegationen vor Ort.

 

 

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