7. Ordentliche Delegiertenversammlung

Delegiertenversammlung setzt klare Signale für Beschäftigungssicherung, Tarifpolitik und Zukunftsgestaltung

18.09.2025 | Die IG Metall Völklingen hat am 17. September 2025 im Gemeindehaus Diefflen ihre 7. Ordentliche Delegiertenversammlung der Legislaturperiode 2024 – 2027 abgehalten. Zahlreiche Delegierte und Gäste nutzten die Gelegenheit, um über aktuelle Herausforderungen, tarifpolitische Entwicklungen und strategische Schwerpunkte zu beraten.

Lars Desgranges, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, ging in seinem Geschäfts- und Kassenbericht auf das zentrale Thema der industriellen Transformation – insbesondere in der Stahlbranche – ein. Die Unterzeichnung eines Wasserstoffliefervertrags Anfang September wurde dabei als wichtiger Schritt für die Zukunft der Stahlindustrie hervorgehoben.

Gleichzeitig bereitet sich die IG Metall auf ein Spitzengespräch mit dem Bundesfinanzministerium und dem Bundeswirtschaftsministerium sowie der Stahlbetriebe Anfang Oktober vor, bei dem die Themen Energiekosten, Industriestrompreis und Handelsschutz im Mittelpunkt stehen. Zwar plant die Bundesregierung Entlastungen bei Netzentgelten und der Stromsteuer, doch die IG Metall fordert weitergehende Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Branchen nachhaltig zu sichern.

„Wir brauchen politische Rahmenbedingungen, die den Wandel ermöglichen – nicht verhindern“, so Desgranges.

Bei Ford in Saarlouis ist es gelungen, nach der Kündigung der Patronatserklärung durch die US-Mutter, einen neuen Schutzschirm für die Beschäftigten zu verhandeln. Nach wochenlangen Gesprächen mit der Geschäftsführung hat der Betriebsrat einen Insolvenzschutz für die Mitarbeiter erreicht. Der vereinbarte tarifliche Kündigungsschutz bis 2032 bleibt unberührt. Dies betrifft die 1.000 Arbeitsplätze am Standort Saarlouis ab Dezember 2025 sowie die Abfindungen, Überbrückungsgelder sowie Gelder der Transfergesellschaft und Betriebsrenten.

Weitere Themenfelder waren die Angriffe aus der Wirtschaft und Teilen der Politik auf den Sozialstaat. Während vielerorts über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, Abschaffung von gesetzlichen Feiertagen, Kürzungen beim Bürgergeld und bei der Arbeitslosenversicherung, der Einführung von Karenztagen bei der Lohnfortzahlung oder der immer teurer werdenden gesetzlichen Krankenversicherung verbunden mit Leistungskürzungen debattiert wird, fordert die IG Metall eine Steigerung der Tarifbindung in Deutschland. Bereits heute habe nur noch jeder zweite Beschäftigte Anspruch auf einen Tarifvertrag. „Wären alle Betriebe in Deutschland tarifgebunden, hätte allein das deutsche Sozialsystem bis zu 40 Milliarden Euro Mehreinnahmen,“ so Desgranges.

Mit der Aktion „Flamme der Solidarität“ – eine 730 km lange Fahrradstaffel von Dillingen bis Nordenham – setzten Beschäftigte und Vertrauensleute der Dillinger Hütte ein starkes Zeichen für die Zukunft der saarländischen Stahlindustrie. „Diese Aktion zeigt, dass wir nicht nur reden, sondern handeln – gemeinsam, sichtbar und entschlossen“, so Ralf Cavelius, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, der den Geschäfts- und Kassenbericht ergänzte.

Die IG Metall Völklingen bereitet sich intensiv auf die Betriebsratswahlen 2026 vor. Die erste Wahlvorstandsschulung fand bereits am 15. September in Völklingen statt, eine weitere Veranstaltung ist für den 30. September angesetzt.
Die Betriebsratswahl ist für die Beschäftigten von großer Bedeutung. Denn nur durch die Errichtung eines Betriebsratsgremiums erhalten sie Mitbestimmungsrechte in wesentlichen Fragen rund um den Arbeitsplatz. Ohne Betriebsrat sind die Beschäftigten allein den Anweisungen des Arbeitgebers oder der Geschäftsleitung ausgesetzt. Mit einem Betriebsrat hingegen unterliegen viele wichtige Themen wie Urlaub, Eingruppierung, Mehrarbeit, Arbeitszeiten, Kündigung, Versetzung, Arbeitssicherheit und Arbeitsbelastung der Mitbestimmung.

Die Wahl 2026 steht unter dem Motto: „Stark machen“

Von: mm

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