20.03.2026 | Am 19. März 2026 fand im Vereinshaus Fraulautern die 9. Ordentliche Delegiertenversammlung der IG Metall Völklingen in der laufenden Amtsperiode 2024 – 2027 statt. Trotz herausfordernder wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen zeigte die Geschäftsstelle große Geschlossenheit und klare Orientierung für die kommenden Monate.
Ralf Cavelius, 2. Bevollmächtigter, eröffnete die Delegiertenversammlung und begrüßte die anwesenden Kolleginnen und Kollegen. „Schön, dass wir auch heute wieder so viele Kolleginnen und Kollegen zu unserer Delegiertenversammlung begrüßen dürfen. Wir leben in bewegten Zeiten. Umso wichtiger ist es, dass wir uns solidarisieren und gemeinsam für eine sichere Zukunft eintreten“, so Cavelius weiter.
Im Geschäfts- und Kassenbericht machte Lars Desgranges,1. Bevollmächtigter der IG Metall Völklingen, deutlich: Die Transformation der Industrie, geopolitische Konflikte und wirtschaftliche Unsicherheiten setzen Betriebe und Beschäftigte weiter unter Druck. Besonders der massive Strukturwandel in der Metall‑ und Elektroindustrie sowie die anhaltenden Verwerfungen durch internationale Handelspolitik – wie Trumps erneute Zölle – sorgen für Planungsunsicherheit.
„Als IG Metall bewerten wir die jüngsten Debatten um eine Reform und eine Aufweichung des Europäischen Emissionshandels (ETS) als höchst gefährlich, da sie Grundlage für das Geschäftsmodell einer grünen Stahlindustrie ist und damit die eingeschlagene Transformation der saarländischen Stahlindustrie massiv gefährden würde, “, so Lars Desganges.
Gerade für das Saarland ist das entscheidend: Denn ohne verlässliche Förderung neuer Verfahren – z. B. wasserstoffbasierter Stahlerzeugung – drohen Wettbewerbsnachteile gegenüber internationalen Standorten, die auf fossile Energieträger setzen und geringeren Kostensteigerungen ausgesetzt sind.
Die IG Metall fordert daher: Investitionssicherheit und Verlässlichkeit für die saarländische Stahlindustrie damit der Umbau zu klimaneutraler Produktion gelingt. Darüber hinaus müsse der durch Bundeswirtschaftsministerin Reiche angekündigte Industriestrompreis nun in der Form kommen, dass energieintensive Betriebe mit wettbewerbsfähigen Strompreisen unterstützt werden.
Breiten Raum nahmen die Ergebnisse der laufenden Betriebsratswahlen 2026 ein. Die IG Metall Völklingen bleibt in der Region nach den ersten Wahlergebnissen klar stärkste Kraft.
„Zum jetzigen Zeitpunkt sind in den betreuten Klein-, Mittel und Großbetrieben rund 90 Prozent der Betriebsratsmandate an die Kandidatinnen und Kandidaten der IG Metall gegangen. Dies ist bislang ein gutes Ergebnis und ich traue uns noch zu, dass wir auch Ende Mai, nach Abschluss der restlichen Betriebsratswahlen mit einem guten bis sehr guten Gesamtergebnis rechnen dürfen“, so Desgranges.
In vielen Betrieben werden die Betriebsratswahlen im April und Mai stattfinden. „Diese Betriebsratswahlen sind ein Kraftakt – aber sie zeigen: Unsere Kolleginnen und Kollegen stehen zusammen und übernehmen Verantwortung für gute Arbeitsbedingungen.“
Unter dem Motto „Vorbild Österreich? Ein solidarisches Rentensystem für alle?“ haben wir bei unserer Sozialstaatsoffensive über die Zukunft der gesetzlichen Rente am 14. Januar 2026 im Saarrondo in Saarbrücken diskutiert. Im Mittelpunkt stand eine klare Botschaft: Die gesetzliche Rente ist kein Auslaufmodell – sie wird aber mehr und mehr durch liberale Kräfte und insbesondere durch die Arbeitgeberlager kaputtgeredet. Die immer wieder beschworene „Alternativlosigkeit“ von Rentenkürzungen, höherem Rentenalter und privater Vorsorge hält einer sachlichen Prüfung nicht stand. Hartmut Becker, Sprecher des Seniorenarbeitskreises der Geschäftsstelle Völklingen, ergänzte: „Ein starker Sozialstaat kann Umbrüche abfedern und Sicherheit im Wandel geben. Er kann Chancen eröffnen. Und er kann das Leben von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern besser machen. Jung und Alt dürfen hier nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das Beispiel Österreich zeigt uns auf, dass eine leistungsstarke gesetzliche Rente finanzierbar ist, wenn alle die das System verändern wollen, auch zugleich selbst Teil des Systems sind.“